Das Zentrum für Cybersicherheit Belgien hat sein vollständiges nationales Incident-Response-Protokoll aktiviert, nachdem Analysten den Vorfall als den gezieltesten Cyberangriff in der Geschichte des Landes beschreiben.

Der Angreifer kaperte das Instagram-Konto eines lokalen Politikers (900 Follower), sendete eine einzige Direktnachricht an eine einzige Komikerin über eine einzige staatliche Haushaltspolitik und trennte die Verbindung. Es wurden keine Daten exfiltriert. Keine weiteren Konten wurden kompromittiert. Es wurde kein Lösegeld verlangt. Die Operation dauerte etwa fünfundvierzig Sekunden.

“Das übersteigt alles in unserer Bedrohungsmodellierung,” sagte ein CCB-Analyst. “Der Angreifer zeigte nicht nur fortgeschrittene APT-Fähigkeiten, sondern auch eine echte und spezifische Frustration mit dem Décret Programme de la Fédération Wallonie-Bruxelles. Diese Kombination erscheint in keinem bekannten APT-Gruppenprofil.”

Das Cooperative Cyber Defence Centre of Excellence der NATO in Tallinn hat Zugang zu der Fallakte beantragt. Eine vorläufige Bewertung beschreibt die Operation als “ein neues Paradigma in der Cyberkriegsführung: Ressourcen auf Staatsebene eingesetzt für ein Ziel ohne jeden strategischen Wert.”

Ermittler sind besonders beunruhigt über die Nachricht selbst, die ihrer Aussage nach “perfekt die politischen Ansichten, den rhetorischen Stil und das spezifische Vokabular des Kontoinhabers widerspiegelt, als hätte der Angreifer monatelange Tiefenaufklärung über eine Person betrieben, die zuvor von niemandem überwacht wurde.”

Der Nachname des Politikers hat die Ermittlungen weiter erschwert. “Wir mussten den Minister dreimal briefen,” sagte eine Quelle. “Er dachte immer, wir machten einen Witz.”

“Der Angreifer zeigte eine echte und spezifische Frustration mit dem Décret Programme. Diese Kombination erscheint in keinem bekannten APT-Gruppenprofil.” Ein CCB-Analyst

Auf die Bitte um einen Kommentar antwortete die Komikerin: “après, il a raison jsuis grave bonne.”

Das CCB geht nun davon aus, dass das einzige Ziel des Angreifers darin bestand, eine Meinung über die wallonische Haushaltspolitik zu haben, sie so schlecht wie möglich vom Konto einer anderen Person aus zu äußern und sich zur Ruhe zu setzen. Es werden keine weiteren Vorfälle erwartet, obwohl das CCB erklärt, alle belgischen Instagram-Konten mit weniger als 1.000 Followern “vorsorglich” zu überwachen.