Das Dorf Elzekers, 1.140 Einwohner, hat beim Königlichen Meteorologischen Institut (KMI) formell um ein eigenes Mikroklima petitioniert, mit der Begründung, dass es nun einundvierzig aufeinanderfolgende Regentage erduldet habe, dass der Rest Belgiens im selben Zeitraum “lediglich bewölkt und etwas nervig” gewesen sei und dass dies, in den Worten des Dorfes, “eine eindeutige und hartnäckige meteorologische Ungerechtigkeit” darstelle.

Die Petition, zugestellt an die Zentrale des KMI in Uccle durch eine Delegation von sieben Bauern in wasserdichten Hosen, verlangt, dass Elzekers entweder (a) mit sofortiger Wirkung ein separates, trockeneres Wettersystem zugewiesen bekommt, oder (b) formell als See umklassifiziert wird, “was zumindest ehrlich wäre.”

“Wir verlangen nicht die Sonne. Wir verlangen eine Pause.”

“Wir sind ein vernünftiges Volk,” sagte Greet Vandenbroeck, die inoffizielle, durch Akklamation bestimmte Bürgermeisterin des Dorfes, unter einem Regenschirm neben der Petition stehend. “Wir verlangen nicht die Sonne. Die Sonne würde uns, offen gesagt, beunruhigen. Wir verlangen eine Pause. Einundvierzig Tage sind kein Wetter. Einundvierzig Tage sind ein Lebensstil.”

“Meine Enten sind ins Binnenland gezogen. Meine Enten sind ins Binnenland gezogen, um der Nässe zu entkommen. Wenn die Enten gehen, weiß man, dass es ernst ist.” Greet Vandenbroeck, Dorf Elzekers

Das KMI erklärte in einer schriftlichen Antwort, es sei “tief mitfühlend”, doch die Zuteilung von Mikroklimata sei “gegenwärtig keine Dienstleistung, die das Institut erbringen kann”, und das Wetter des Dorfes sei, bedauerlicherweise, “konsistent mit der Vorhersage, die ebenfalls nass war.”

Eine Verfassungsfrage, unvermeidlich

Die Sache des Dorfes hat, in Belgien unvermeidlich, eine verfassungsrechtliche Wendung genommen. Eine flämische Rechtsbeistandsklinik hat sich der Angelegenheit angenommen und argumentiert, dass der hartnäckige Regen die Rechte der Dorfbewohner nach der Europäischen Menschenrechtskonvention verletzen könnte, insbesondere Artikel 8, das Recht auf Privat- und Familienleben, das, so die Klinik, “einundvierzig Regentage nicht vorsieht.”

Der Europarat, auf die Frage, ob Artikel 8 das Wetter abdecke, lehnte eine Stellungnahme ab und sagte nur, man sei “dabei, der Sache nachzugehen, und dass es, in Straßburg, auch regne.”

Zum Redaktionsschluss blieb Elzekers nass. Die Vorhersage für den zweiundvierzigsten Tag ist, wie das KMI bestätigte, ebenfalls nass.